Swisscom Cup
Schweizer Fussballverband

Swisscom Fixnet

Basler Versicherungen
OBI
  Home d f i
 
 

News

28.05.2007
FCB dank glücklichem Penalty


Bild Story Der FC Basel ist zum achten Mal Cupsieger. Daniel Majstorovic verwertete in der Nachspielzeit einen Penalty und entschied damit den 82. Cupfinal im Stade de Suisse gegen den FC Luzern.

Die letzten Minuten des ersten Cupfinals auf Kunstrasen waren die besten der gesamten Partie. Beide Mannschaften suchten die Entscheidung, Basel vehement und der FC Luzern mit seinem Konterspiel. Der Favorit behielt das letzte Wort. Scott Chipperfield konnte in der Nachspielzeit zum dritten Mal in dieser Partie alleine auf David Zibung zulaufen und wurde von diesem im Strafraum leicht am Fuss berührt. «Ich denke, ich habe den Ball berührt», äusserte sich der Luzerner Keeper nach der Partie. Schiedsrichterin Nicole Petignat sah es anders, gab Zibung die Rote Karte und pfiff Elfmeter. Der Schwede Majstorovic traf vom Penaltypunkt aus in die tiefe rechte Ecke, unhaltbar für Ersatzkeeper Besnik Zukaj.

Engeleitet worden war die letzte und entscheidende Basler Aktion von einem unmotivierten Rückpass des eingewechselten Luzerner Internationalen Mauro Lustrinelli. Ausgerechnet Lustrinelli, der nur wenige Minuten zuvor, dem Spiel eine andere Wende hätte geben können, als ein Rückpass von Basels Captain Reto Zanni in seinen Füssen landete. FCB-Goalie Franco Costanzo war aber auf dem Posten. Es war eine der wenigen nennenswerten Aktionen der Luzerner, die nur kämpferisch und in der Schlussphase mit ihrem Konterspiel überzeugen konnten.

Zibungs Paraden

Der Sieg des FC Basel war verdient, aber schwer erkämpft. Der Meisterschafts-Zweite bestimmte von Beginn weg Tempo und Spiel. Er wollte den Aussenseiter aus Luzern, der in der Meisterschaft zuletzt sieben Partien ohne Sieg geblieben war, so rasch wie möglich verunsichern, ihm die Hoffnung auf den Exploit nehmen. Trotz technischer, spielerischer und körperlicher Überlegenheit kamen die Basler aber nur phasenweise zu viel versprechenden Aktionen. Der junge Eren Derdiyok blieb bis zu seiner Auswechslung als einzige Sturmspitze ohne Wirkung. Er war von Beginn weg zum Einsatz gekommen, weil Mladen Petric und Eduardo angeschlagen waren.

In Gefahr kamen die Luzern ? wie bei der Entscheidung in der Nachspielzeit ? meistens durch die Vorstösse der zentralen Mittelfeldspieler, Ivan Ergic, Papa Malik Ba und Chipperfield. Vor allem der Australier zeigte eine starke Partie. Er scheiterte zweimal (29./72.) am herausstürmenden Zibung, dem besten Luzerner. Zibung trat vor seiner unglücklichen Aktion in der Schlussphase wiederholt entscheidend in Szene, etwa bei einem schönen Schuss von Ivan Rakitic (19.) oder bei einer Doppelchance von Malick Ba (31.), als er zuerst den Kopfball und dann den Nachschuss bravourös parierte.

Dank Zibung und einer grossen Portion Einsatz hielt der FC Luzern das 0:0 lange genug, um den FC Basel nervös zu machen. Die Bebbi, die nach der verlorenen Meisterschaft unter grossem Druck standen, haderten oft mit den Entscheiden der Schiedsrichterin Petignat, die an sich eine gute Leistung zeigte. Trainer Christian Gross gestikulierte wiederholt wild an der Seitenlinie ? auch ihm war der grosse Druck anzumerken. Verlieren war für den FC Basel verboten, der achte Cupsieg im 13. Final Pflicht.

«Lucky Punch» blieb aus

Der FC Luzern hatte nichts zu verlieren, spielte deswegen aber nicht blindlings nach vorne, sondern versuchte in erster Linie sicher zu stehen und den Baslern wenig Raum zu lassen. Das gelang ziemlich gut, obwohl keiner im Luzerner Team herausragend spielte. Die Routiniers Lucien Mettomo und vor allem der Ex-Basler Mario Cantaluppi leisteten sich sogar zahlreiche Aussetzer. Die beiden Brasilianer Paquito und Makanaki, die über die Seiten für Offensivaktionen hätten sorgen sollen, waren ihren Gegenspielern rein körperlich nicht gewachsen.

Der FC Luzern zeigte sich im Vergleich zu den letzten Meisterschaftsspielen verbessert, doch um zum dritten Mal Cupsieger zu werden, hätte es einen «Lucky Punch» gebraucht, wie derjenige von Paquito im Halbfinal gegen den FC Zürich. Die einzige gute Torchance des FC Luzern entstand nach dem miserablen Rückpass von Zanni. Es war genug um lange zu hoffen, aber letztlich zu wenig um den FC Basel zu schlagen.

Durch den Cupsieg konnte der Ligakrösus doch noch einen Titel feiern und seine Saison halbwegs retten. Zwar war der Final-Erfolg nicht so glanzvoll wie 2003, als Neuchâtel Xamax 6:0 abgefertigt wurde, doch genauso wichtig. Auch damals hatten die Basler die Meisterschaft verloren. Neben Basel haben auch die Young Boys Grund zur Freude. Sie stehen nun als Vierte der Axpo Super League doch noch im UEFA-Cup.

Basel - Luzern 1:0 (0:0)
Stade de Suisse, Bern. ? 30 000 Zuschauer (ausverkauft). ? SR Petignat. ? Tor: 93. Majstorovic (Foulpenalty) 1:0.
Basel: Costanzo; Zanni, Majstorovic, Smiljanic, Nakata; Ba; Rakitic (75. Sterjovski), Ergic, Chipperfield, Caicedo; Derdiyok (58. Petric).
Luzern: Zibung (91. Zukaj); Diethelm (72. Lambert), Mettomo, Dal Santo, Claudio Lustenberger; Cantaluppi; Paquito (72. Lustrinelli), Bader, Fabian Lustenberger (91. Zukaj), Makanaki; Tchouga.
Bemerkungen: Basel komplett. Luzern ohne Seoane (verletzt). Platzverweis: 91. Zibung (Notbremse). Verwarnungen: 34. Diethelm (Foul), 74. Majstorovic (Foul).



Stimmen

Gigi Oeri
(FCB-Präsidentin): «Dieser Cuptitel ist für mich kein Trostpreis. Er ist viel mehr wert, weil der Cup in der Schweiz eine grosse Bedeutung hat. Der Penalty war für mich ein ganz klares Foul. Und wir hätten gar schon vorher einen Handspenalty zugesprochen erhalten müssen. So habe ich es jedenfalls von der Tribüne aus gesehen. Kompliment auch an Daniel Majstorovic: Einen Foulpenalty in der Nachspielzeit eines Cupfinals schiessen zu müssen, ist keine einfache Sache.»

Walter Stierli (FCL-Präsident): «Es ist schon ärgerlich, den Cupfinal in letzter Minute durch einen Penalty verlieren zu müssen. Ich bekam in der Schlussphase ein immer besseres Gefühl, dass wir noch gewinnen könnten. So ist Fussball. Mauro Lustrinelli verpasst für uns den Siegestreffer und dann fällt er praktisch im Gegenzug nach einem Fehlpass des gleichen Spielers. Ich bin jedoch sehr stolz auf meine Mannschaft und unsere Fans. Sie alle haben jetzt ein würdiges Saisonabschluss-Fest verdient.»

Nicole Petignat (Schiedsrichterin): «Zibung hat ihn (Chipperfield) berührt. Ich musste ihm die rote Karte zeigen und Penalty pfeifen. Zibung hat nur wegen des Platzverweises reklamiert. Aber der Entscheid war so, wie es im Reglement steht.»

Mladen Petric: «Dieser Titel ist ein verdienter Lohn für unsere Rückrunde. Wir haben die Meisterschaft nochmals spannend gemacht und jetzt diesen Titel geholt. Es ist kein Trostpreis für mich, sondern die verdiente Belohnung.»

Daniel Majstorovic: «Diesen Penalty verwerten zu können, war für mich das schönste Gefühl meiner bisherigen Karriere. Wir haben die ganze Saison hart auf die beiden Titel hingearbeitet, beide konnten wir ganz einfach nicht verpassen.»

Scott Chipperfield: «Für mich war es ein klarer Penalty, ich war durch und spürte plötzlich eine Berührung am Fuss. Ich weiss aber nicht von wem. Der Titel ist eine grosse Genugtuung nach dem Verpassen des Meistertitels um lediglich einen Punkt.»

Ivan Ergic: «Wir hatten lange mehr vom Spiel und glaube ich auch mehr Torchancen. Luzern machte es uns aber nicht leicht und die Verlängerung wäre wohl sehr heikel geworden. Ob es Penalty war oder nicht, kann ich nicht sagen. Die Luzerner Spieler haben aber kaum reklamiert.»



 
   
Legal Disclaimer  |  Privacy Statements