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16.05.05
FCZ holt den Titel
Der 80. Schweizer Cupfinal im Basler St.-Jakob-Park endete mit dem erwarteten Favoritensieg: Der FC Zürich schlug das unterklassige Luzern dank Toren von Marc Schneider (39.), Alhassane Keita (62.) und Mihai Tararache (74.) verdient mit 3:1.
Fünf Jahre nach dem Cupsieg über Lausanne-Sports war der FCZ damit in seiner achten Finalteilnahme zum siebten Mal erfolgreich und packte seine wohl letzte Chance auf eine UEFA-Cup-Teilnahme. Die Luzerner dagegen, die erst in der 87. Minute durch David Andreoli zum Ehrentreffer gelangten, verloren nach 1997 ihren zweiten Final in Folge und stehen nach der verpassten Rückkehr in die Super League mit leeren Händen da.
Im mit 33 500 Zuschauern ausverkauften St.-Jakob-Park war der gestrige Swisscom Cupfinal nur 45 Minuten lang ein ausgeglichener Kampf zwischen zwei Verliererteams dieser Saison. Nach einem initiativen Luzerner Beginn hielt die junge Innerschweizer Mannschaft eine halbe Stunde lang gut mit dem Gegner aus der Super League mit. Ein übles Foul (20.) von Mihai Tararache von hinten in die Beine des Luzerner Nachwuchstalentes Pirmin Schwegler, der danach mit einer Fussverletzung ausgewechselt werden musste, warf den FCL in der Folge aus dem Konzept.
Danach verzeichneten die Luzerner neben dem Kopfball von Michael Diethelm (31.), den Davide Taini reflexschnell über die Latte lenkte, keine Torchance mehr und gerieten noch vor der Pause durch Schneider mit 0:1 in Rückstand. Die Vorarbeit zum Torschuss des Innenverteidigers leistete Xavier Margairaz, der mit Daniel Gygax und Tararache zu den besten Akteuren des FCZ gehörte.
Der FCZ gelangte in der Folge mit einer kontrollierten, aber höchst durchschnittlichen Leistung zum angestrebten Erfolg. Nationalstürmer Gygax spielte sich in der zweiten Halbzeit auf der rechten Seite immer stärker in den Mittelpunkt. In der 61. Minute wehrte FCL-Goalie David Zibung einen Keita-Schuss nach Gygax-Zuspiel noch zur Seite. Eine Minute später aber konnte Gygax erneut ungestört flanken und fand Keita, der vor Pascal Castillo beim vorderen Pfosten zum 2:0 einschoss.
Tararache war neben Gygax der wichtigste Mann im Gefüge des FCZ: Defensiv souverän und mit einem ausgezeichneten Auge für den öffnenden Pass, war er auch Schütze des entscheidenden dritten Zürcher Treffers. Ein Ballverlust von Pascal Castillo an der Mittellinie führte in der 74. Minute zum Konter durch Tararache, der steil Keita bediente. Der Stürmer aus Guinea erspähte auf der rechten Seite Gygax, der sofort wieder flach vors Tor spielte. Dort brauchte der in Stellung gelaufene Tararache nur noch einzuschieben.
Der Rumäne gewann bei seiner vierten Finalteilnahme den ersten Cup-Titel. Er musste letzten Sommer von den Grasshoppers zum Stadtrivalen über die Geleise wechseln, um endlich Schweizer Cupsieger zu werden. Fouls, wie jenes an Schwegler, hätte Tararache gar nicht nötig. Vor einem Jahr war er wegen ähnlicher Unbeherrschtheiten im Cupfinal gegen Wil noch vom Platz gestellt worden.
Für das verdiente Ehrentor der Luzerner sorgte kurz vor Schluss FCL-Spielmacher David Andreoli: Der Littauer traf nach einer schlechten Abwehr von Iulian Filipescu wuchtig unter die Latte (87.) und verpasste in der 90. Minute einen weiteren Treffer nur um Zentimeter, als er einen Freistoss knapp an der hohen linken Ecke vorbeizirkelte.
Der FCZ gewann dieses Spiel dank der grösseren Routine und Reife. Filipescu, Gygax und Tararache waren abgebrühter als ihre Gegenspieler und verhalfen ihren Mitspielern damit zur nötigen Sicherheit. Im Luzerner Team figurierten mit Zibung, Hodel, Andreoli, Mehmeti, Sucic und den beiden Schwegler-Brüdern zu viele Akteure, die noch nie in der höchsten Schweizer Liga spielten. Hinzu kam, dass Ratinho, Tchouga und Vogt gestern nur ein Schatten ihrer besten Tage waren.
Bewiesen die Zürcher Spieler auf dem Platz ihre Reife zum Cupsieger, so liess ein Teil der FCZ-Fans jeglichen Anstand vermissen. Rauchpetarden flogen während dem ganzen Spiel auf den Platz, und am Schluss stürmten sie gar das Terrain und störten die Pokalübergabe massiv. Noch schlimmer aber waren die Provokationen gegenüber den FCL-Fans, die schliesslich gar in Schlägereien und Sachbeschädigungen mündeten.
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